Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

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Das Luftschiff, mit dem die Histonauten  die Weltgeschichte erkunden, hat Henri Giffard konstruiert.  Dem dampfmaschinenbegeisterten Franzosen gelang 1852  der allererste motorisierte bemannte Flug.  Von Paris über Versailles nach Elancourt legte das Gefährt  rund 28 Kilometer zurück.  Mit seiner aerodynamischen Form und der drei PS starken  Dampfmaschine, die die Luftschraube antrieb, kam der  schnittige Gasballon mit acht Kilometern pro Stunde voran.  Das dreieckige Segel nutzte Giffard zum Steuern.  Zum Landen warf er den Anker. Eine optimierte Variante  des Luftschiffes ging bei der Probefahrt in Flammen auf.  Giffard und sein Begleiter entkamen der Katastrophe  jedoch unverletzt. Erst fünfzig Jahre nach Giffards Pionierflug  gelang es Ferdinand Graf Zeppelin,  ein wirklich verkehrstüchtiges Luftschiff zu bauen.   (© Bild: Sammlung Jean Louis Schlim)


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Wünschen Sie sich die Wiederholung oder Vertiefung eines bestimmten Themas oder einer ganzen Reihe? Dann geben Sie uns bitte Bescheid. Wenn sich aus Ihren Hinweisen eine Tendenz herauslesen lässt, versuchen wir dem gern zu entsprechen.   


Newsletter 147

Liebe Freunde der weiß-blauen Kulturgeschichte,

schon der Bau des Bucentaur, des neuen fürstlichen Leibschiffs am Starnberger See, war eine logistische Herausforderung: Als erstes musste – in knapp 10-wöchiger Arbeit – eine eigene Werfthalle für die nach damaligen Verhältnissen gigantischen Maße der „Neuen Gallee“ errichtet werden. Dann grub der Starnberger Schiffsmeister mit seinen Leuten in der Umgebung 350 mächtige Fichtenwurzeln aus, um aus dem strapazierfähigen Holz das Gerippe des Schiffsbodens zu formen. In den kommenden Monaten lieferte allein das Hofbauamt 169.000 Nägel, dazu kamen weitere 72.000 Rahmen-, 7.000 Stock-, 1.000 Schloss-, 3.000 Band- und 1.000 von Hand gefertigte Plattennägel aus der Werkstatt des Nagelschmiedes Pacher.

Anschließend waren ganze Legionen von Bildhauern, Drechslern, Erzgießern, Geschmeide- und Gumpenmachern, Kistlern, Kunst- und Kupferschmieden, Malern, Schneidern, Sattlern, Seilern, Spenglern, Tapezierern und Vergoldern damit beschäftigt, den Bucentaur in ein schwimmendes Schloss zu verwandeln, zu dessen Ausstattung ein Springbrunnen auf dem Vorderdeck, eine Sprechanlage für den Kapitän, versenkbare Fenster und 16 „Feldstücke“, also Bordkanonen zum Abschießen von Böllern, gehörten.

Als der Bucentaur – wohl im Juni 1663 – vom Stapel lief, galt er jedenfalls als „achtes Weltwunder“. Trotz aller Prachtentfaltung hatten die Konstrukteure allerdings nicht vergessen, an das Grundlegende zu denken. Für den Fall eines dringendes Bedürfnisses unter der „zur Erlustigung“ über den See schaukelnden Hofgesellschaft gab es ein eigenes Begleitschiff: das „Notdurft-Gundele“.

Am kommenden Samstag lernen wir mit Sibylle Küttner die noch ziemlich neue Direktorin des „Museums Starnberger See“ kennen. Außerdem sehen wir die letzten Überbleibsel des legendären Bucentaur und tauchen in die Welt kurfürstlicher Sommeraufenthalte ein.


Das schwimmende Schloss
Exkursion: Herrschaftliche Lustbarkeiten am Starnberger See
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Wir stellen uns eine prunkvolle Schiffsprozession auf der Lagune von Venedig vor, verloben uns angesichts eines heraufdräuenden Hagelschauers der Muttergottes von Altötting und fragen uns, ob der bayerische Löwe überhaupt schwimmen kann. Außerdem finden wir dank alter Pläne ein Winterquartier für das wohl größte Binnenschiff des 17. Jahrhunderts. Nachdem wir eine Pastetenbäckerei und einen Bankettsaal wiedererstehen haben lassen, holen wir uns den Segen zweier Seefahrer-Patrone und bleiben fürderhin von aller „Wassergefahr“ verschont.

Vorgesehene Stationen: Museum Starnberger See, Historischer Hafen, Schloss Starnberg, Schlossgarten, St. Joseph, Feinkostgeschäft des ehemaligen königlichen Mundkochs Theodor Hierneis

Wann             (Sa) 29. Juli 2017, 11 - 18 Uhr
Treffpunkt     Museum Starnberger See, Possenhofener Str. 5, Starnberg (Fahrt bitte selber organisieren)
Preis              47 € (inkl. Eintritte)

Anmeldung per E-Mail ...

Falls Sie mit dem Zug anreisen wollen: Von München erreichen Sie Starnberg alle 40 Minuten mit der S 6 Richtung Tutzing. Wir empfehlen Ihnen, jene S 6 zu nehmen, die nach den Angaben unter www.bahn.de um 9.52 Uhr in München Hauptbahnhof (tief) abfährt und um 10.24 Uhr in Starnberg Bahnhof ankommt. In diesem Zug gilt – sofern Sie allein reisen – die Single-Tageskarte „München XXL“ zu 8,80 €. Für Gruppen bis zu 5 Personen empfiehlt sich die Gruppen-Tageskarte „München XXL“ zu 15,90 €. Zu Fuß brauchen Sie von Starnberg Bahnhof bis zum Treffpunkt (Museum Starnberger See, Kasse) etwa 10 Minuten. Besonders hübsch ist der Weg über die Seepromenade, die direkt am Ufer entlangführt.

Falls Sie eine Fahrgemeinschaft (entweder mit dem Auto oder mit der S 6/der Gruppen-Tageskarte „München XXL“) bilden wollen, melden Sie sich bitte bei uns unter Angabe Ihrer E-Mail-Adresse und Telefon-Nummer. Wir stellen dann den Kontakt zwischen Ihnen und weiteren Interessenten her.

Falls Sie uns in Starnberg verpassen sollten: Unter 0170 / 23 18 717 können Sie am Exkursionstag nachfragen, wo wir gerade sind bzw. wo Sie uns treffen können. Sollten Sie uns – etwa aufgrund von Verbindungsproblemen – nicht auf Anhieb erreichen, probieren Sie es bitte noch einmal oder sprechen Sie uns aufs Band. Wir rufen Sie umgehend zurück.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Deshalb bitten wir Sie dringend, sich anzumelden (siehe oben).

 

Lösungen zur Kunstareal-Schnitzeljagd

Es hat ein wenig gedauert, bis wir den idealen Glücksfeerich gefunden haben, der die Gewinner unserer Schnitzeljagd zum Kunstarealfest 2017 zieht. Mit Martin Arz, dem Verleger des Hirschkäfer Verlages haben wir  einen Glücksgriff getan. Unbestechlich hat er inzwischen die drei GewinnerInnen gezogen, die bereits benachrichtigt wurden.

Uns hat die Schnitzeljagd viel Spaß gemacht und - Chapeau! - die meisten abgegebenen Antworten waren richtig. Lediglich beim NS-Dokuzentrum gab es Unsicherheiten - und bei einer der vier Kirchen, die man von der Alten Pinakothek aus sehen kann. Die meisten meinten, dass die Heilig-Geist-Kirche zu sehen sei. Da kommen wir gleich ins Grübeln ... Aber es schadet ja nicht, nochmal in die Alte Pinakothek zu schauen ...

Erkundungen

Jetzt in der ARD-Mediathek:

Stammheim – Die RAF vor Gericht
Ein hochgesicherter Gerichtssaal als Schauplatz erbitterter Wortgefechte

Auf der Anklagebank saßen die wohl „prominentesten“ Terroristen jener Jahre. Die Verhandlungen zogen sich über 192 Tage. Und die Akten, die in diesem Zeitraum entstanden, umfassten schließlich 50.000 Seiten. Der Strafprozess gegen die „erste Generation“ der „Roten Armee Fraktion“, darunter Andreas Baader und Ulrike Meinhof, war einer der längsten und spektakulärsten in der deutschen Justizgeschichte.

Unsere Hamburger Mit-Histonautin Sonja von Behrens leuchtet in einer ARD-Fernsehdokumentation mit ihrem Kollegen Thomas Schuhbauer die emotionalen Hintergründe dieses Machtkampfes aus, der in den „Deutschen Herbst“ von 1977 mündete.

40 Jahre nach dem Geschehen kommen viele Beteiligte von damals zu Wort und ordnen die Ereignisse neu ein: Richter im Stammheimer Prozess wie Theodor Prinzing, Kurt Breucker und Eberhard Foth, Verteidiger wie Hans-Christian Ströbele, Rupert von Plottnitz und Kurt Groenewold sowie Journalisten und Prozessbeobachter wie der Theatermacher Claus Peymann und der damals 16-jährige Schüler und heutige Filmemacher Andres Veiel. Der Film enthüllt, dass das Stammheimer Gericht am Zustandekommen der Sondergesetze beteiligt war, mit denen kurz vor Prozessbeginn die Rechte von Angeklagten und Verteidigern beschnitten wurden, und erzählt das private Drama im Hause Prinzing: Seine Tochter Gabriele war Sympathisantin der RAF. Beide offenbaren in ausführlichen Interviews erstmals die persönliche Seite eines Prozesses, der das Land spaltete.

45-minütige Fernsehdokumentation von Thomas Schuhbauer und Sonja von Behrens

Die Fernsehdokumentation ist seit der Ausstrahlung in der Mediathek der ARD abrufbar.

Sonja von Behrens und ihre Kollegen freuen sich über Sie als Zuschauer!

Wieder aktiv in der Pinakothek der Moderne:
PIN.X - Bilder drehen, Bilder verstehen

Wir filmen wieder mit Schülerinnen und Schülern! Aus Kunst werden Videos, aus "Stills" Stories. Mehr Infos ...

Wenn Sie auch Interesse daran haben, mit Ihrer Klasse teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns.

Ab sofort online verfügbar:
Schon seh ich Glut und Wirbelrauch - Die Walpurgisnacht (Vortrag)


Ein ganzer Vortrag von Klaus Reichold aus der Mythen-Reihe für alle, die ihn versäumt haben und für diejenigen, die mal einen "Live"-Eindruck bekommen wollen von unseren Veranstaltungen. (Und bitte nicht wundern: Im youtube-Video ist wirklich nur ein Bild zu sehen. In unseren Vorträgen sind es natürlich viele mehr.) Viel Spaß!

Einen reinen Audio-Download gibt es als Alternative auf unserer Seite http://www.histonauten.de/bavaricum/Impressionen/.

Seit 21. April 2015 online und im Museum zu besuchen
"Im Maschinenraum des Krieges. Ingolstadt 1914-1918"

Mit einem "Virtuellen Museum" verbinden wir das Stadtgebiet Ingolstadt und die große Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly.

Am 21. April wurde es in Ingolstadt vorgestellt und ging online unter http://1914-1918.armeemuseum.de/ .

Unser Trailer und ein Artikel geben Einblick in das Projekt:

Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)
Ein virtuelles Museum entsteht
Artikel für das Magazin "Schönere Heimat"
Schönere Heimat - Artikel Ingolstadt.pdf (213.83KB)