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Bayern im Nationalsozialismus
Vorträge, Exkursionen, Führung, Film-Matinée

Referent: Klaus Reichold

Foto: Thomas Endl

Auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden verfasste Adolf Hitler den zweiten Band seiner Propagandaschrift „Mein Kampf“. Aus einer stillgelegten Munitionsfabrik bei Dachau wurde das erste Konzentrationslager. Und das mittelalterliche Nürnberg, einstiger Schauplatz glanzvoller Fürstentreffen, wurde zur „Stadt der Reichsparteitage“.

Bayern war nicht nur die Wiege des Nationalsozialismus. Der Mythos von der angeblichen „Alpenfestung“ führte auch dazu, dass 1945 zahllose Luftkriegsflüchtlinge, getürmte Parteibonzen und ganze Sonderzüge voller Raubkunst im Schatten der Berge festsaßen. 

Bitte beachten Sie: Die Exkursionen dieser Reihe finden – entgegen unserer üblichen Praxis – an unterschiedlichen Wochentagen statt. Dafür erwarten uns vor Ort exklusive Einblicke in die aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern und Museumsleuten.
Bitte organisieren Sie bei den Exkursionen Ihre An- und Abreise  selber. In unserem Newsletter empfehlen wir Ihnen günstige Bahnverbindungen. Gerne stellen wir den Kontakt unter denjenigen her, die gemeinsam (etwa mit einem Bayern-Ticket) fahren wollen. Wir empfangen Sie jeweils vor Beginn der Veranstaltung am Treffpunkt vor Ort.


 

Vorangegangene Themen

Schule der Gewalt
Exkursion und Gespräch mit Albert Knoll: Das Konzentrationslager Dachau
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Wir finden uns unter Häftlingen wieder, die über die „Adolf-Hitler-Straße“ ins KZ Dachau getrieben werden, entdecken einen alten Bahndamm und stoßen auf  einen abgestellten Güterzug mit mehreren hundert Leichen. Das Übungsgelände der SS lassen wir links liegen. In einer verfallenden Plantage erfahren wir, wie sich das nationalsozialistische Deutschland vom Import ausländischer Kräuter und Gewürze unabhängig machen wollte. Im Archiv der Gedenkstätte erzählen uns Originaldokumente anhand konkreter Schicksale vom Grauen des Lageralltags.

Wann             (Mo) 27. Februar 2017, 11 - 18 Uhr
Treffpunkt     Bahnhof, Bahnhofplatz 1, 85221 Dachau (Fahrt bitte selber organisieren)
Preis              39 €

Anmeldung per E-Mail ...


Schule der Gewalt
Vortrag: Das Konzentrationslager Dachau
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Sommersitz der Wittelsbacher, Künstlerkolonie, Mekka für Liebhaber von exquisitem Tafelobst – die Geschichte des „alten“ Dachau ist verblasst. Denn nur wenige Wochen nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler entstand am Rande der Stadt das erste Konzentrationslager überhaupt. Die braune Propaganda sprach von einer vorbildlichen Erziehungsanstalt für „Kommunisten“, „Arbeitsscheue“ und andere „Volksschädlinge“. Tatsächlich war das Lager ein „Musterbetrieb“ nationalsozialistischen Terrors, in dem rund 41.500 Menschen zu Tode kamen.

Wann             (Do) 23. Februar 2017, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €


Foto: Nicohofmann - CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7852125

Tempelstadt der Bewegung
Exkursion und Gespräch mit Florian Dierl: Nürnberg
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Wir steigen der größten Bauruine aus der Zeit des Nationalsozialismus aufs Dach, beobachten 354.900 Parteigenossen beim Gerangel um einen Platz in der Straßenbahn und glauben, uns ins antike Pergamon verirrt zu haben. Außerdem hören wir von einer Residenz Adolf Hitlers am Frauentorgraben. Unter dem Burgberg begegnen wir sieben  Kurfürsten und prüfen nach, ob die Reichskleinodien noch vollzählig sind. Zum Abschluss erkunden wir ein Wohnhaus, das eigentlich gar kein Wohnhaus ist.

Wann             (Fr) 17. Februar 2017, 11 - 18 Uhr
Treffpunkt     Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Bayernstraße 110, 90478 Nürnberg
                      (Fahrt bitte selber organisieren)
Preis              39 € zuzüglich 9 € Eintritte


Tempelstadt der Bewegung
Vortrag: Nürnberg
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Im Mittelalter war Nürnberg eine der größten Metropolen Europas. Auf der Burg hielten Kaiser und Könige Hof. Im Heilig-Geist-Spital wurde der Kronschatz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aufbewahrt. An der Pegnitz pochte das Herz abendländischer Macht. Adolf Hitler wollte an diese Tradition anknüpfen. Er erklärte Nürnberg zur „Stadt der Reichsparteitage“ und damit zur wichtigsten Kulisse propagandistischer Selbstinszenierung. Mit den „Nürnberger Prozessen“ versuchte die Stadt, ihren  Ruf wiederherzustellen.

Wann             (Mo) 13. Februar 2017, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €

Anmeldung per E-Mail ...


Zum Tee beim "Führer"
Vortrag: Der Obersalzberg
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Ein Bergbauernidyll, überragt von mächtigen Kalksteingipfeln, gesegnet mit sensationellen Ausblicken: Schon Clara Schumann, Carl von Linde und Siegmund Freud verbrachten hier ihre Sommerfrische. 1923 kam ein Fremder mit Oberlippenbärtchen auf den Obersalzberg. Er nannte sich „Herr Wolf“. Unter seinem wahren Namen Adolf Hitler vertrieb er ab 1933 die einheimische Bevölkerung, erklärte den Obersalzberg zum „Führersperrgebiet“ und baute das Areal neben Berlin zum zweiten Regierungssitz aus.

Wann             (Do) 6. Oktober 2016, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €


Zum Tee beim "Führer"
Exkursion und Gespräch mit Albert A. Feiber: Der Obersalzberg
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Wir imaginieren uns ein Panoramafenster mit einer Fläche von 32 Quadratmetern, steigen – wie in einem James-
Bond-Film – ins Reich des Bösen hinunter und machen Bekanntschaft mit einer resoluten Pensionswirtin, die zur Hauptfigur eines Bestsellerromans geworden ist. Beim „Türken“ erleben wir einen Auftritt des späteren „Führers“. Ein goldener Aufzug befördert uns auf den angeblichen Gipfel der Macht. Eva Braun ist allerdings nicht da und
der „Duce“ schon wieder abgereist.

Wann             (So) 9. Oktober 2016, 11 - 18 Uhr
Treffpunkt     Dokumentation Obersalzberg, Kassenhalle, Salzbergstraße 41, 83471 Berchtesgaden
                      (Fahrt bitte selber organisieren)
Preis              39 € zuzüglich 18 € Eintritt/Busfahrt zum Kehlsteinhaus
Anmeldung   bitte bis 5. Oktober 2016, da wir die Busplätze reservieren müssen

Wir sind bei dieser Exkursion vom Wetter weitgehend unabhängig. Denn wir bewegen uns hauptsächlich in Innenräumen bzw. mit dem Bus (zum Kehlsteinhaus) und können die Wege im Freien den Verhältnissen entsprechend ausweiten oder reduzieren.

Falls Sie mit dem Zug anreisen wollen: Sie müssten (laut www.bahn.de) pünktlich um 11.00 Uhr an unserem Treffpunkt sein, wenn Sie in München Hbf um 7.31 Uhr den Railjet 61 Richtung Budapest nehmen (Abfahrt auf Gleis 12) und um 9.02 Uhr in Salzburg Hbf aussteigen. Um 9.15 Uhr fährt am Bahnhofsvorplatz in Salzburg der Bus 840 Richtung Berchtesgaden. Um 10.00 Uhr sind Sie dann am Haltepunkt Schießstättbrücke. Dort müssen Sie aussteigen. Vom Haltepunkt Schießstättstraße fährt um 10.17 Uhr der Bus 838 Richtung Hinterbrand/Schönau am Königssee. Dieser Bus hält um 10.27 Uhr an der Dokumentation Obersalzberg. Von dort sind es (ebenfalls laut www.bahn.de) noch 4 Gehminuten bis zu unserem Treffpunkt an der Kasse. Leider gibt www.bahn.de den Gesamtpreis für diese Fahrt nicht an. Bitte erkundigen Sie sich bei den jeweiligen Fahrkartenschaltern.  


Falls Sie eine Fahrgemeinschaft mit dem Auto bilden wollen, melden Sie sich bitte bei uns unter Angabe Ihrer E-Mail-Adresse und Telefon-Nummer. Wir stellen dann den Kontakt zwischen Ihnen und weiteren Interessenten her.

Falls Sie schon am Vortag (Sa, 08.10.2016) anreisen und in Berchtesgaden übernachten wollen: Eine große Auswahl (noch) freier Zimmer finden Sie unter www.berchtesgaden.de.  


Im Luftschutzkeller des Reiches
Vortrag: Bombenflüchtlinge in Bayern
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Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs lag Oberbayern noch außerhalb der Reichweite feindlicher Bomberflotten. Deshalb mieteten sich zahllose Luftkriegsflüchtlinge aus Norddeutschland in den Ferienhochburgen des Voralpenlandes ein. Schon bald gab es die ersten Zusammenstöße zwischen den unfreiwilligen Dauergästen und den Einhei-
mischen. Dann wurde auch noch das Bier knapp. 1945 eskalierte die Situation vollends.

Wann             (Do) 8. Dezember 2016, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €


Im Luftschutzkeller des Reiches
Film-Matinée und Gespräch mit Dr. Katja Klee: Ausgebombt, evakuiert, heimatlos? (TV-Dokumentation von Klaus Reichold & Thomas Endl, BR 2004)
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Wir hören von einem Reichsluftfahrtminister, der Meier heißen will, falls es einem feindlichen Flugzeug gelingen sollte, in den deutschen Luftraum einzudringen. Wir beklagen den eklatanten Mangel an „Faltenröcken und hellen Kostümen“ im bayerischen Oberland. Und wir besuchen ein Kloster Tassilos III., das in eine „Kaserne für Kinder“ verwandelt worden ist. Außerdem treffen wir auf einen Berliner, der nur noch bayerisch spricht. Den Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ erleben wir in einem ausgedienten Salzstollen.

Wann             (Sa) 10. Dezember 2016, 11 - 13 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €


Ich gedenke zu plündern, und zwar ausgiebig
Vortrag: Die Raubkunst und die Folgen
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Die meisten Kunstwerke, die die Nationalsozialisten in ganz Europa zusammengerafft hatten, landeten in Bayern. In drei Sonderzügen, die in und um Berchtesgaden abgestellt worden waren, fand sich ein Großteil der „Sammlung Göring“. Adolf Hitler hatte seine „Schätze“ in den Luftschutzbunkern des Münchner Führerbaus verstecken lassen. Und Schloss Neuschwanstein diente als Hauptdepot für die vom „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ beschlagnahmten Kostbarkeiten. Die Rückgabe an die ursprünglichen Eigentümer ist bis heute nicht abgeschlossen.

Wann             (Do) 2. Februar 2017, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €


Ich gedenke zu plündern, und zwar ausgiebig
Führung und Gespräch mit Dr. Ulrike Grammbitter: Die Raubkunst und die Folgen
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Wir wundern uns über den regen Lastwagenverkehr vor dem einstigen Verwaltungsbau der NSDAP, sagen Mi-
chelangelos „Brügger Madonna“ Grüß Gott und nehmen „Die Heuernte“ von Pieter Brueghel d.Ä. in Augenschein.  Angesichts des eiskalten Winters 1946/47 fühlen wir uns nach Sibirien versetzt und beobachten den heiligen Petrus, wie er – in einen dicken Schafpelzmantel gehüllt – 2.000 Kisten Kulturgut aus der UdSSR in der „Galerie II“ des ehemaligen Führerbaus einschließt.

Wann             (Sa) 4. Februar 2017, 11 - 13 Uhr
Treffpunkt     Zentralinstitut für Kunstgeschichte, Katharina-von-Bora-Straße, 10, München, unter dem Portikus
Preis              15 €

Änderungen vorbehalten.