Wir pflegen die Kunst, durch die Zeit zu reisen

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Die phantastische Welt des Märchenkönigs
Vorträge


Die Vortragsreihe pausiert derzeit.

Das Buch zur Reihe finden Sie hier ...

 

Themen aus den vergangenen Semestern:


Sammlung Jean Louis Schlim

Der Märchenprinz im Sammetröckchen
Ludwig II. und Hohenschwangau
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Das romantische Sommerschloss der Eltern vor der Kulisse der Ammergauer Alpen präsentiert sich noch heute als Schatzkammer des mythentrunkenen Historismus. Die Wandgemälde schildern historisch belegte Ereignisse, illustrieren aber auch märchenhafte Überlieferungen von Minnesängern und Kreuzrittern, Elfen und Riesen, müden Helden und starken Frauen. Für den kleinen Ludwig waren die Bilder großes Kino. Sie erlaubten ihm Zeitreisen in ferne Zeiten und Kulturen. Ohne Hohenschwangau ist sein späterer Eskapismus nicht zu erklären.  

Wann             (Mo) 20. April 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

Sammlung Jean Louis Schlim

Das Bulyowsky-Luder soll sich zum Teufel scheren
Ludwig II. und die Frauen
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Der 18-jährige Ludwig galt laut eines Zeitzeugen als „Idealgestalt des jungen, königlichen Adonis, dessen berückende Schönheit Tausende von Frauenherzen … mit magischer Kraft erglühen ließ“. Wo sich der jugendliche Monarch zeigte, fielen die Damen reihenweise in Ohnmacht. Waschkörbeweise trafen Liebesbriefe in der Münchner Residenz ein. Doch der König gab sich spröde. Eine Schauspielerin, die bereits bis in sein Appartement vorgedrungen war, ließ er umgehend „verabschieden und die Luft mittels einer großen Räucherpfanne reinigen“.  

Wann             (Mo) 4. Mai 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, Münch

Sammlung Jean Louis Schlim

Keinen Kuss mehr! Reinheit! Königtum!
Ludwig II. und die Homosexualität
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Schon Anfang Dezember 1865 gab der königliche Oberstallmeister Lerchenfeld vor der Münchner Staatsanwaltschaft zu Protokoll, im Marstall gehe das Gerücht um, „Seine Majestät sei ein Spinatstecher … und stehe in unerlaubtem Umgang mit Männern“. Zu Ludwigs frühen Favoriten zählte sein Flügeladjutant Paul von Thurn und Taxis, der auf einem Pferd stehend die Roseninsel umrundete. Im kleinen Kreis äußerte sich Ludwig II. erstaunlich freimütig zu seiner Neigung. Trotzdem wurde sie 1886 zu einer zentralen Begründung für seine Absetzung.  

Wann             (Mo) 18. Mai 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

Man muss sich solche Paradiese schaffen
Ludwig II. als Traumhausarchitekt
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Es ist nicht so, dass der Märchenkönig unter „akuter Wohnungsnot“ (Hans F. Nöhbauer) gelitten hätte: In der Würzburger Residenz waren die „Toskana-Zimmer“ für ihn reserviert, auf der Kaiserburg zu Nürnberg das „Königs-Appartement“ und auf der Trausnitz eine Raumfolge im altdeutschen Stil. Doch Ludwig wollte mehr. In Linderhof ließ er bewohnbare Bühnenbilder aus Wagner-Opern nachbauen. Und auf der Burg Falkenstein, die nicht mehr realisiert wurde, plante er ein fast dreihundert Quadratmeter großes, von einer riesigen Kuppel überwölbtes Schlafzimmer.  

Wann             (Mo) 8. Juni 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

Sammlung Jean Louis Schlim

Vom Zauber des Hindu-Kuh
Ludwig II. spielt Sultan
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Die Bauern im Graswangtal staunten nicht schlecht, als eines Tages am Hennenkopf ein Maurischer Kiosk mit goldener Kuppel und vier Minaretttürmen aufgestellt wurde. Wenig später kam ein Marokkanisches Haus auf der Stockalpe dazu. Dort ließ sich Ludwig II. regelmäßig Pyramidenbowle und Datteltörtchen servieren. Zugegeben: Der Orientalismus war eine verbreitete Modeerscheinung des 19. Jahrhunderts. Aber dass sich der Märchenkönig mit dem Gedanken trug, seinen Regierungssitz von München nach Kabul zu verlegen, ging dem Hofsekretär dann doch zu weit. 

Wann             (Mo) 22. Juni 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

(c) Gunther Erben

Hofzug Ludwigs II.

Im Pfauenwagen über den Alpsee
Ludwig II. unterwegs

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Ein goldstrotzender Hofzug, der als „rollendes Versailles“ in die Geschichte eingegangen ist; eine Prachtkarosse, die beim Lenken derart schaukelte, „daß es die Insassen zu schwindeln begann, und sie so unbemerkt wie möglich die Wagengurten als Rettungsanker ergriffen“; außerdem ein puttenverzierter Schlitten, der mit seiner elektrisch beleuchteten Krone den Ruf des „Märchenkönigs“ begründete – der Fuhrpark Ludwigs II. konnte sich sehen lassen. Unerfüllt blieb hingegen sein Wunsch, mit einem lenkbaren Luftschiff nach Berlin zu reisen.

Wann             (Mo) 6. Juli 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

Indianbrüstchen an Silberspießchen mit Fleischsulz

Rahmschneetörtchen und ein Fläschchen süßen Likörs
Ludwig II. bei Tisch
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Die Obduktion des Märchenkönigs offenbarte sein dentales Desaster: „Der Oberkiefer fast zahnlos, im Unterkiefer noch 4 Schneide- und 2 Eckzähne“. Geschuldet war dieser Zustand seiner Lust auf Süßes. Kein Abendessen endete ohne Strudel, Savarin oder Pralinés. Außerdem liebte Seine Majestät römischen Eispunsch und Waldmeisterbowle. In der Folge wurden die Garzeiten der Gerichte immer länger: Die geliebte Ochsenbrust musste mindestens vier Stunden gekocht werden, bevor sie auf den Tisch kam. „Krustaden“ durften überhaupt nicht mehr serviert werden.

Wann             (Mo) 20. Juli 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

Änderungen bei allen Veranstaltungen aus organisatorischen Gründen vorbehalten.