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Heimatkunde München
Vorträge
 

Referent: Klaus Reichold 

 

 

Die Vortragsreihe pausiert derzeit.


Die Veranstaltungen im Herbst/Winter 2014:

 

Die Vorträge bieten Ihnen einen chronologischen Einblick in Kultur und Geschichte
der bayerischen Landeshauptstadt. Sie dauern jeweils 90 Minuten.  
 

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung, weil wir dann besser planen können.
Sie können auch gerne kurzentschlossen vorbeikommen und - sofern noch Plätze vorhanden sind - an der Veranstaltung teilnehmen.
 

Suchen Sie sich einfach jene Veranstaltungen heraus, die Sie interessieren.      

 

 

Warum der Stadtgründer ein Schurke war
An der Wiege der jungen Brückensiedlung
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Uralte Fernhandelswege, eine Furt durch den Fluss, ein geheimnisvoller Burgstall auf dem Areal der heutigen Residenz – München entstand nicht aus dem Nichts. Bei der Gründung ging es vermutlich um Macht:  

„Mit grimmigen Blicken und schrecklichem Wort / Erhob er das Schwert und befahl / Zu brechen und niederzubrennen sofort / Die Brücke mit Pfeiler und Pfahl“ (Hermann Lingg).  

Ob die Stadtgeschichte wirklich mit einem Gewaltstreich des Herzogs von Bayern begann, ist umstritten: Auch sein Gegenspieler, der Bischof von Freising, galt als Schlitzohr.

Wann             (Do) 23. Oktober 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Wo Münchens erstes Kaufhaus stand
Die Isarmetropole als Handelsplatz und Kaiserresidenz

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Färber, Schäffler und Windenmacher übten in der Stadt ihr Gewerbe aus. Vor dem Isartor stauten sich die Salzfuhrwerke. Und die Flößer versorgten München mit Welsch-Wein, venezianischer Seide und Gewürzen aus dem Orient. Den „Kleinkram für den Haushalt“ (Fridolin Solleder), darunter Bettbezüge und Türschlösser, bekam man bei Heinrich Lerer am heutigen Marienplatz.  

Innerhalb weniger Jahrzehnte wuchs München „in immensum“. Die Stadt sprengte den ersten Mauerring, beherbergte die Reichskleinodien und feierte sich mit einem neuen Tanzhaus selbst.


Wann             (Do) 6. November 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Was der Elefant Soliman in der Kunstkammer suchte
Die Geburtsstunde der Münchner Museen
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1349 wütete die Pest. 1442 wurden die Juden vertrieben. Und schon seit 1255 spaltete ein Familienzwist der Wittelsbacher das Land. In München waren die Steuern so hoch wie nie. Feinde belagerten die Stadt „brachen alles verderblich nieder und nahmen die … Isarbrücken mit Gewalt“.  

Dafür wurde München mit dem Ende des Landshuter Erbfolgekrieges alleinige Hauptstadt Bayerns – und eine Kulturmetropole von Weltrang: Mit seinem Repräsentationsbedürfnis legte Herzog Albrecht V. den Grundstock für die heutige touristische Bedeutung Münchens.


Wann             (Do) 13. November 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Warum der Papst im Alten Peter gekrönt wird
München als Bollwerk der Gegenreformation
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Luthers Thesen fanden auch an der Isar Anklang: Bäckersknechte, Messerschmiede und Patrizier liebäugelten mit der „neuen Lehr“, sogar Brüder des Franziskanerklosters. Der Jesuit Petrus Canisius schäumte, München sei „eine von Ketzern verdorbene Stadt“. Selbst Herzog Albrecht V. soll wankelmütig geworden sein.  

Sein Sohn jedoch räumte mit den „Evangelischen“ entschieden auf. Er ließ 34 Bürgerhäuser abreißen, um auf dem Areal einen „bayerischen Escorial“ zu errichten. Unter dem Schutz des Gottesstreiters Michael wurde München zum „deutschen Rom“


Wann             (Do) 20. November 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Wie die Dornenkrone Christi nach München kam
Leid, Tod und Neubeginn
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In der Nacht zum 25. Juli 1607 fuhr der Blitz in die nördliche Spitze des Alten Peter. Der „mechtige Dornstreich“ galt als Vorbote großen Unheils. Außerdem trieben Hexen und Zauberer vermehrt ihr Unwesen.
Es braute sich etwas zusammen.  

Dann passierte es: Die gefürchteten Schweden standen vor der Stadt. Und der im Bau befindliche Festungsgürtel war noch nicht geschlossen. Die Heimsuchungen jener Tage erreichten apokalyptische Ausmaße. Nach ihrem Ende war die Welt eine andere. München wurde barock – und zur „nördlichsten Stadt Italiens“.


Wann             (Do) 27. November 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Warum sich Fräulein von Ickstatt vom Frauenturm stürzte
Weltmachtträume
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Kirchen, Schlösser und Palais wuchsen aus dem Boden. Türkische Kriegsgefangene hoben Kanäle aus, auf denen venezianische Gondeln schaukelten. Kaffeesieder und „Sesselträger“ sorgten für den täglichen Luxus. München wähnte sich am Zenit, sah sich schon als dynastisches Zentrum eines Reiches, in dem die Sonne nicht untergeht.  

Der zweimalige Einfall der Österreicher und die „Sendlinger Mordweihnacht“ konnten die Prachtentfaltung kaum aufhalten. Selbst Mozart wollte ein Münchner werden. Dummerweise aber war im Hoforchester „keine vacatur da“.


Wann             (Do) 11. Dezember 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Wieso München am Mittelmeer liegt
Stadterweiterung und Bevölkerungsexplosion
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Ein Theater, das an das Pantheon in Rom erinnert, ein Gotteshaus, zu dessen Vorbildern die Palastkapelle in Palermo zählt, ein Torbau, der auch die Akropolis in Athen zieren könnte – dazu muss man als Münchner gar nicht in die Ferne schweifen. Die Sehenswürdigkeiten sind allesamt mit der Trambahn erreichbar.  

Sie erinnern daran, dass die Residenzstadt der bayerischen Könige im 19. Jahrhundert die größte Baustelle Europas war – und eine „Boomtown“ ersten Ranges: Die Einwohnerzahl stieg um das Zwölffache und beschwor katastrophale Zustände herauf.  


Wann             (Do) 8. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Warum München beinahe russisch geworden wäre
Die leichtgemute Stadt
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Um 1900 zählte München zu den liberalsten Metropolen Europas. Der Prinzregent galt als kunstsinniger alter Herr, der höchstens bei der alljährlichen Fronleichnamsprozession wahrgenommen wurde – „mit der Kerz‘n in de Händ / de scho nimma brennt“. Das eigentliche Regiment lag in den Händen des weltoffenen Bürgermeisters Wilhelm von Borscht.  

Und das Repräsentieren übernahmen die Malerfürsten. Bedeutende Köpfe der Moderne blieben an der Isar hängen – außerdem ein 30-jähriger Exilant, der sich in München einen neuen Tarnnamen zulegte: Lenin.

 
Wann             (Do) 15. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

 

Wie München Hitler hofierte
Vom Braunen Spuk zum Bombenterror
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Das Verleger-Ehepaar Bruckmann und der Kunstsalon-Erbe „Putzi“ Hanfstaengl zählten zu den Spitzen der Münchner Gesellschaft – und sie machten Adolf Hitler groß, der als arbeitsloser Postkartenmaler an die Isar gekommen war. München verlor seine Unschuld.  

Das Palais Barlow an der Brienner Straße wurde zur Parteizentrale der NSDAP. Nordwestlich der Stadt entstand das erste KZ. Und im Saal des Alten Rathauses entfachte Joseph Goebbels den Furor der „Reichskristallnacht“. Die Folgen waren fürchterlich: Ab 1940 sank das alte München in Schutt und Asche.

 
Wann             (Do) 22. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

 

Warum München keine heimliche Hauptstadt mehr ist
Nachkriegszeit und Postmoderne
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Blanke Not und keine Kohlen – und entlang der notdürftig freigeräumten Straßen fünf Millionen Kubikmeter Schutt: Selbst der Theologie-Student Joseph Ratzinger musste beim „Rama dama“ mit anpacken. Der nahezu mustergültige Wiederaufbau, die wachsende Wirtschaftskraft und der Modernisierungsschub durch die Olympiade von 1972 beförderten das selbstverliebte Bild von der „heimlichen Hauptstadt“ Deutschlands.  

Inzwischen werden die Karten neu gemischt. Auf jeden Fall bleibt München die Hauptstadt der Singles, der Fluss-Surfer und der dicken Autos.

  

Wann             (Do) 29. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Zu jedem Vortrag bieten wir Ihnen eine
ergänzende
Stadtführung
zu Originalschauplätzen, durch Kirchen und Museen an.


Änderungen bei allen Veranstaltungen aus organisatorischen Gründen vorbehalten.