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München um 1900
Vorträge 

Referent: Klaus Reichold

 

Die Vortragsreihe pausiert derzeit.

 

Die Themen im Herbst/Winter 2014:

  

Am Sabbat ins Hofbräuhaus
Jüdisches Leben in München
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Um 1900 schienen Juden ganz selbstverständlich zur Stadtgesellschaft zu gehören: Alfred Pringsheim, Schwiegervater von Thomas Mann, lehrte als Professor für Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität. Heinrich Uhlfelder betrieb das zweitgrößte Kaufhaus Münchens. Und Kurt Landauer sollte als Präsident den FC Bayern zum ersten Meistertitel führen.  

„Abraham de Municha“, der 1229 in einer Regensburger Urkunde auftaucht, dürfte einer der ersten Münchner jüdischen Glaubens gewesen sein. Doch schon 1285 wurde die damalige Gemeinde bei einem Pogrom weitgehend ausgelöscht.

Wann             (Mo) 1. Dezember 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

Im Gebirgsquell liegt Heil
München wird eine der saubersten Städte Europas
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Fäkalien in den Stadtbächen, Tierkadaver in der Isar – und die Latrine direkt neben dem Hausbrunnen. Auch die „Goldgrübler“, die die Aborte ausräumten, konnten nicht verhindern, dass immer wieder Seuchen ausbrachen. 1875 verfügten nur 43 Prozent der Münchner Haushalte über einigermaßen sauberes Wasser. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung auf bald 500 000 Seelen.  

Erst Max von Pettenkofer bekam die Probleme in den Griff. Trinkwasser aus dem Mangfalltal und eine moderne Schwemmkanalisation machten München zu einem Vorbild in Sachen Hygiene.

 

Wann             (Mo) 8. Dezember 2014, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
   

 

 

 

Wir danken Jean Louis Schlim, dass er uns dieses Bild zur Verfügung gestellt hat.

Ein neuer Salbader bezaubert eurn König
Richard Wagner bringt die Münchner zur Weißglut
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Gleich vier Wagner-Opern wurden am königlichen Hof- und Nationaltheater uraufgeführt – und zeitigten unübersehbare Folgen: Nie zuvor und nie danach wurden so viele Kinder auf die Namen Isolde, Elsa oder Siegfried getauft.  

Längst aber hatte sich der schillernde Komponist Feinde gemacht. Die Missgunst des Hofes bescherte ihm den erzwungenen Abschied von München. Den Rest besorgten sparsame „Kassabeamte“. Sie torpedierten das geplante Festspieltheater am Isarhochufer. Es wäre das damals größte Opernhaus der Welt geworden.

Wann             (Mo) 12. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

 

 

Japanesen vor den Propyläen
Georg Hirth gründet die Zeitschrift "Die Jugend"
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Sein Domizil in der Luisenstraße 14 ähnelte einem Palazzo des Cinquecento. Und im Festsaal wurde nicht nur getanzt. Hier schlüpfte der Hausherr notfalls auch in die Rolle des Kaisers von Japan – beispielsweise in der satirischen Operette „Der Mikado“ von Gilbert & Sullivan.  

Dabei war Georg Hirth gar kein Schauspieler, sondern Statistiker und Verleger. 1896 gründete er die „Jugend“ – das Sprachrohr der Münchner Kunst- und Literaturszene gegen „Muckertum“ und andere Unarten der Kaiserzeit. Das Periodikum wurde für den Jugendstil namensgebend.

Wann             (Mo) 19. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 

 

Alles Fürchterliche ist entfesselt
München während des Ersten Weltkriegs
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Die Front war weit weg – in Lothringen, Galizien, Norditalien. Doch bald zeigte der Krieg seine Fratze auch in München. Das Hauptzollamt an der Donnersbergerbrücke wurde zum Reservelazarett, entließ grausam verstümmelte Krüppel ins Zivilleben. Dotschenrezepte machten die Runde; geröstetes Schweinsblut galt als Delikatesse. Die Kirchtürme gingen ihres Geläuts verlustig; oft durfte nur die Totenglocke bleiben. Am 17. November 1916 erlebte München den ersten Luftangriff seiner Geschichte. Eine der Bomben fiel in den Innenhof von St. Bonifaz. 

 

Wann             (Mo) 26. Januar 2015, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München

 

 


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