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Schlössergeschichten
Vortragsreihe

Referent: Klaus Reichold


Eigentlich waren Schlösser, Paläste und Residenzen nichts anderes als Bühnen der Weltgeschichte mit ständig wechselnden Inszenierungen. Sie sahen Auftritte gefeierter Herrscher und verhasster Despoten, waren Schauplätze diplomatischer Ränkespiele und opulenter Familienfeste.  In ihren Mauern wurde geliebt und gemordet, disputiert und intrigiert. Diesmal werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des Berliner Stadtschlosses, des Heidelberger Schlosses, des Belvedere in Wien, des Hradschin in Prag und des Escorial bei Madrid.


Der Palast des Alchemisten
Im Hradschin träumt Rudolf II. von Kunst und Magie
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Der prächtigste Saal der Prager Burg ist das Werk eines Landshuter Baumeisters. Und einer der beiden Statthalter, die den Hradschin beim Fenstersturz des Jahres 1618 kopfüber in Begleitung eines Sekretärs verließen, flüchtete  nach München. Die überragende Gestalt in der Geschichte der „böhmischen Akropolis“ ist Kaiser Rudolf II. Er besaß angeblich „eiserne Nägel, die von der Arche Noah stammten“ sowie den Dolch, mit dem Julius Cäsar ermordet wurde. 1601 ernannte er Johannes Kepler zu seinem „Hofmathematicus“.

Wann             Mo., 20.11.2017, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €

Anmeldung per E-Mail ...

Kolossale Klause
Der Escorial als "Monument des wahren Glaubens"
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Er soll das Vorbild für den Komplex von St. Michael in München mit der so genannten Maxburg gewesen sein. Tatsächlich verbindet auch der Escorial die Funktionen eines Schlosses und eines Klosters. Allerdings gilt der Privatpalast Philipps II. von Spanien eher als „kaltprächtige“ Angelegenheit: Der Bauherr gedachte in seinen Mauern vor allem diversen Frömmigkeitsübungen nachzugehen. Manchmal brach aber doch die Lebensfreude durch. Wenn die Dorfbewohner unter den Fenstern tanzten, dankte ihnen die Schlossküche mit Leberomelette und Quittenmus.

Wann             Mo., 04.12.2017, 19.30 Uhr
Wo                 Zentrum St. Bonifaz, Karlstraße 34, München
Preis              15 €

Anmeldung per E-Mail ...

Vorangegangene Themen

 

Romantik im Rosenlicht
Das Heidelberger Schloss wird von den Wettern "zerrissen"
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Katastrophen erlebte die Residenz der pfälzischen Wittelsbacher zuhauf: 1633 beschossen die Schweden das Schloss. 1693 zündeten  die Franzosen ihre Sprengminen. Und 1764 zerstörte „das Feuer des Himmels“, was von dem 500 Jahre alten Gemäuer übriggeblieben war. Die Ruine wurde zum Mythos – und die Literaten jubelten über die phänomenale Wirkung der „schicksalskundigen Burg“. Goethe, Hölderlin und Mark Twain erklommen den Schlossberg. Das riesige Weinfass, das alle Heimsuchungen überstanden hat, fand sogar Eingang in einen Roman von Jules Verne.

Puddinggelbe Barockfassaden
Das Berliner Stadtschloss wird rekonstruiert
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1876 war noch von „einem der prächtigsten Königssitze Europas“ die Rede. 1950 aber kam das Aus. Obwohl der – zugegeben etwas schwülstige – „Prunkbau des protestantischen Barock“ den Zweiten Weltkrieg leidlich überstanden hatte, ordnete die Führung der im Jahr zuvor gegründeten DDR die Sprengung an. Damit sank ein Palast in den Staub, der auf einen Kurfürsten mit dem schönen Beinamen „Eisenzahn“ zurückging und die Geburt von Prinzessin Marie, der Mutter des bayerischen Märchenkönigs, erlebt hatte. Seit 2013 läuft der Wiederaufbau.

Märchenhafte Kulisse
Prinz Eugen sucht im Schloss Belvedere Zerstreuung
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Die Menagerie war mit roten Rüsselbären, walachischen Schafen und einer „Africanischen Zibethkatze“ bevölkert. In der Orangerie blühten „Cocos-, Pfeffer- und Caffee-Bäume“. Und wenn „der edle Ritter“, dessen Weise auch am Münchner Rathaus-Glockenspiel erklingt, eine größere Gesellschaft um sich scharte, servierten orientalisch gewandete Diener „Confecturen, Obst-Werk und Limonade“. Im Park von Schloss Belvedere mutierte der hochdekorierte Türkenheld sogar zum Gärtnergehilfen: Im Herbst zupfte er höchstselbst das welke Laub von den Hecken.